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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: die Paketzustellung von morgen

 

 

pakadoo – Preisdiskussion und Gratis-Mentalität bei der Paketzustellung: Ein Kommentar von Markus Ziegler


In der Paketlogistik folgt ein Rekordjahr nach dem anderen. Die Onlinehändler freut’s – die Paketdienstleister an sich auch. Dennoch bedeutet das anhaltende Wachstum nicht nur Gutes. Dauerthema ist nach wie vor die letzte Meile. Wie eine Untersuchung über die Zustellsituation in Seattle der University of Washington[1] zeigte, sind es vor allem zwei Probleme, die gelöst werden müssen: Zum einen muss die Entladezeit vor den Gebäuden in den Innenstädten und Wohngebieten deutlich reduziert werden, da Zustellfahrzeuge durch Parken in zweiter Reihe den Verkehr massiven behindern. Zum anderen nimmt die Anzahl der fehlgeschlagenen Zustellungen stetig zu. Inzwischen können nur noch ca. 50% aller Paketsendungen beim Empfänger persönlich zugestellt werden, da viele Paketempfänger tagsüber nicht zuhause sind. Die Zustellunternehmen sind auch durchaus bemüht, die Situation für alle – also für die Empfänger, die Paketboten und die Umwelt – zu verbessern. Hermes setzt beispielsweise auf eine größere Anzahl an Paketshops, DHL erweitert hingegen das Netz an Packstationen sowie die Lieferzeit in den Abendstunden. Man kann ihnen also kaum vorwerfen, dass sie nur Däumchen drehen und abwarten, bis sich das Problem von alleine löst. Doch sind diese auf die einzelnen Anbieter beschränkten Ansätze, die auf Althergebrachtem beruhen, tatsächlich der Weisheit letzter Schluss?

 

Während sich die Paketboten weiterhin unter hohem Zeitdruck durch die überfüllten Städte kämpfen und laut über Zusatzgebühren für die Haustürzustellung nachgedacht wird, bleibt der Aspekt der anbieterübergreifenden Lösungsansätze noch weitestgehend ungeachtet. Dabei haben gerade Sammelpunkte, die von allen Lieferdiensten genutzt werden können, großes Potenzial – egal, ob es sich dabei um Paketschränke, spezielle Mikrodepots wie i-Bring, exklusive Paketshops des Startups Qool oder die digital gelotste Zustellung an den Arbeitsplatz mit pakadoo handelt. Die Empfänger stattdessen mit zusätzlichen Gebühren erziehen zu wollen, wird auf die Schnelle sicherlich nicht gelingen.

 

Es sei dahingestellt, ob die Gratis-Preismentalität für Versandkosten, die im deutschen Onlinehandel herrscht, weiterhin unterstützt werden sollte und ob die Frage nach einer nachhaltigen Paketzustellung tatsächlich allein Sache der Lieferunternehmen ist. Das Problem hat allerdings ein derartiges Ausmaß erreicht, dass wir in Zukunft noch mehr unter den Konsequenzen leiden werden. In meinen Augen gibt es keinen Grund, auf alleinigem Posten zu kämpfen. Es ist höchste Zeit, sich ganz im Sinne der Vernetzung zusammenzuschließen. Und das bedeutet, die gegebenen Systeme, die sich durchaus bewährt haben, auch für Mitbewerber zu öffnen. Offene Lösungen sollten von den Paketdiensten nicht als Bedrohung gesehen, sondern als Ergänzung der eigenen Systeme von allen genutzt werden. Die letzte Meile ist schlicht zu lang und zu steinig, als dass sie einer allein bewältigen kann.


[1] depts.washington.edu/sctlctr/sites/default/files/SCTL_Final_50_full_report.pdf

Presse-Kontakt:

Sympra GmbH (GPRA)
Agentur für Public Relations
Veit Mathauer / Constanze Trojan
Tel +49 711 947670

E-Mail pakadoo@sympra.de