Skip to main content

Fun Facts zur Post– und Paketzustellung

 

Früher war alles besser? Nicht, wenn es um die Postzustellung geht. Ob Briefe, Postkarten oder Pakete in jeder erdenklichen Größe – heutzutage können wir unsere Post meist ganz bequem dort empfangen, wo wir es wollen. Kaum vorstellbar, dass es einmal eine Welt ohne Paketboten und Briefzusteller gab. In der Geschichte der Postzustellung, die bereits im 16. Jahrhundert begann, haben einige Ideen und Erfindungen die Postgeschichte besonders geprägt:

 

Die ersten Postboten

Vor rund 500 Jahren „erfand“ die Familie von Thurn und Taxis das europäische Postwesen. Zu dieser Zeit wurden allerdings nur Nachrichten von Päpsten, Kaisern und reichen Geschäftsleuten verschickt. Ein Brief von Brüssel nach Rom benötigte „nur“ knapp zwölf Tage. Etwa alle 30 Kilometer stand ein Rasthaus, an dem die Boten ihre Schriftstücke an einen Kollegen übergaben. Dieser ritt mit dem Briefsack weiter bis zur nächsten „Poststation“. Die Postboten der Familie Taxis waren mit diesem „Konzept“ nahezu konkurrenzlos unterwegs.

 

Der erste Paketversand

Mitte des 17. Jahrhunderts, als die Familie Thurn und Taxis eine regelmäßige “Fahrpost” eingerichtet hatte, konnten auch Pakete verschickt werden. Diese sogenannten Fahrpostsendungen mussten versiegelt sein und ihr Inhalt und Wert musste angegeben werden. Die Gebühr für den Paketversand richtete sich – je nach Inhalt des Pakets - entweder nach Gewicht und Entfernung oder nach Wert und Entfernung. Erst ab 1848 wurden alle Pakete nach Gewicht berechnet und 1875 wurde der Zwang zur Versiegelung aufgehoben. Doch Portoberechnung und Versandvorschriften wechselten häufig.

Für gewisse Güter und auch für Pakete bestimmter Gewichtsklassen gab es damals einen sogenannten Postzwang, der ein strafrechtlich geschütztes Verbot beinhaltete, gewisse Gegenstände anders als mit der Post zu befördern. Er wurde erst mit dem Wegfall des Briefmonopols 2007 abgeschafft. In Preußen beispielsweise bestand seit 1715 ein Postzwang für Pakete mit bis zu 20 Pfund Gewicht, der bald auf 40 Pfund ausgeweitet wurde. Das Höchstgewicht lag damals bei 100 Pfund und wurde, nachdem Pakete mit der Eisenbahn befördert werden konnten, zunächst abgeschafft. Die Regeln für Mindest- und Höchstgewichte waren allerdings von Region zu Region sehr unterschiedlich, erst 1919 gab es deutschlandweit einheitliche Regelungen.

 

Der erste Briefkasten

Für uns ist es eine tägliche Gewohnheit, zum Briefkasten zu gehen und nachzuschauen, ob wir Post erhalten haben. Doch die Postzustellung musste lange Zeit ganz ohne Briefkasten funktionieren und die meisten Briefe persönlich übergeben werden. Die ersten “Vorfahren” unserer Hausbriefkästen gab es im 16. Jahrhundert in Florenz in Form von kleinen Holzkästchen an den Kirchen. Dort konnten zunächst nur anonyme Mitteilungen für die Regierung eingeworfen werden, später dann auch die Post für die Geistlichen. Doch bis zu einer flächendeckenden Einführung sollte es noch lange dauern. Erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg erkannte man in Deutschland, dass Briefkästen für jeden Bewohner eines Mehrfamilienhauses den Postboten viel Treppensteigen ersparen könnte. Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Hausbewohnern sogar noch Prämien gezahlt, wenn sie im Erdgeschoss einen Briefkasten abbringen ließen. Und heute stehen vor manchen Häusern sogar schon Paketbriefkästen, die allerdings den Paketboten nicht ersparen, viele einzelne Haushalte anzufahren...

 

Die ersten Brief- und Paketmarken

Die Idee dieser Erfindung war es, die Kosten für einen Brief nicht mehr vom Empfänger bezahlen zu lassen, sondern vom Absender. Mit der ersten Briefmarke wurde somit quasi das erste „Prepaid-System“ ins Leben gerufen. Mit dieser Vereinfachung und der damit verbundenen Senkung des Briefportos konnten nun erstmals nicht nur reiche Personen einen Briefwechsel führen. Die erste aufklebbare Briefmarke wurde am 1. Mai 1840 im Vereinigten Königreich herausgegeben. Was auf der ersten Briefmarke der Welt zu sehen ist? Natürlich das Porträt der damaligen britischen Königin Victoria.  

Bei Paketen hat es etwas länger gedauert – die ersten Paketmarken wurden in Deutschland erst 1997 eingeführt. Davor mussten Pakete immer am Schalter eingeliefert und bezahlt werden, was auf einer sogenannten Paketkarte verbucht wurde. Im Juli 2005 wurde dann - zunächst für ebay-Verkäufer - die Produktpalette der Deutschen Post um eine Online-Paketmarke für den Versand innerhalb Deutschlands erweitert. Danach ging es schneller: schon im August 2005 konnten diesen Service auch alle anderen Paketversender nutzen und Pakete damit für den europaweiten Versand frankieren.

 

Wie man sieht, war die Postzustellung früher alles andere als einfach, mal abgesehen von den schlechten Verkehrswegen zu diesen Zeiten. Aber auch heutzutage stehen Postboten noch immer vor Herausforderungen. Das Versandvolumen nimmt stetig zu, Postempfänger sind häufig nicht zuhause anzutreffen und die Zusteller kommen an ihre Grenzen. Daher wird die Geschichte der Postzustellung auch in Zukunft weitergeschrieben und mit neuen Ideen und Innovationen vereinfacht werden. Wir arbeiten daran...

Presse-Kontakt:

Ulrike Morlock

E-Mail ulrike.morlock@pakadoo.de