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Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für die Paketzustellung

 

Heute schnell die Sommerschuhe online bestellt, spätestens übermorgen klingelt es an der Türe und der Paketbote übergibt die heißersehnten Schuhe. Das ist der Idealfall. Immer mehr Artikel werden heutzutage online geshoppt und – von den Deutschen bevorzugt - an der Haustüre zugestellt. Doch häufig ist dort niemand anzutreffen und die Pakete müssen dann beim Nachbarn oder in der Paketfiliale abgeholt werden. Seltener werden Pakete in Deutschland direkt an Paketschränke oder Paketshops geliefert. Meist erkennen wir die Lieferfahrzeuge bereits von weitem – nicht nur dank ihrer Farben, sondern weil sie oft gezwungen sind, mitten auf der Straße zu parken.

Auch in anderen Ländern wird fleißig online eingekauft. Doch läuft die Paketzustellung dort genauso ab?

 

Schweden

Das skandinavische Land Schweden zählt rund 10 Millionen Einwohner und ist bekannt durch die Städte Stockholm, Göteborg und Malmö. Ganz anders als in Deutschland werden Pakete hier nicht hauptsächlich an der Haustüre zugestellt, sondern vom Empfänger selbst bei einem sogenannten „Postombud“ abgeholt. Das sind meist nahgelegene Einkaufsmärkte, Kioske oder andere Läden. Das klingt erst einmal nach Mehraufwand. Der Vorteil ist, dass die Abholstelle immer in der Nähe ist und über großzügige Öffnungszeiten (meist auch sonntags) verfügt. Abgesehen davon entlastet die Zustellung an einige wenige Abholpunkte statt an Einzelhaushalte den Verkehr und die Umwelt.

Wie die meisten Zustelloptionen hat allerdings auch diese ihre Tücken. Bei der Abholung wird beispielsweise eine schwedische “Legitimation” (eine Art Personalausweis) gefordert. Mit einem Reisepass oder Führerschein kommt man hier also nicht weiter. Eine weitere Schwierigkeit kann hinzukommen, wenn der Zustelldienst bei der Sendungsverfolgung nicht die „Postombudsstelle“ angibt. Das wird dann zum Problem, wenn es mehrere Abholstellen im engeren Umkreis gibt.

 

Finnland

In Finnland wohnen aktuell über 630.000 Menschen. Die Post heißt hier „Posti“ und beschäftigt sage und schreibe 23.000 Menschen. Die meisten tragen eine Uniform in der Farbe Orange. Auch die Postfilialen und Postkästen sind in Finnland orange.

Seit Ende letzten Jahres gibt es im Stadtzentrum der Hauptstadt Helsinki die sogenannte „Posti Box“. Bei der farbenfrohen Selbstbedienungs-Abholstelle können Online-Shopper online bestellte Pakete abholen und Kleidung in der integrierten Umkleidekabine anprobieren. Außerdem ist die Box mit einem digitalen Kiosk ausgestattet und wird als Testraum für neue digitale Dienstleistungen der finnischen Post genutzt.

Wer sein Paket in Finnland lieber über eine Haustürzustellung erhalten möchte, denkt vermutlich zwei Mal darüber nach. Hier kostet es bis zu acht Euro zusätzlich, sich ein Paket bis nach Hause liefern zu lassen. Die meisten Menschen holen ihre Pakete daher lieber in Paketshops oder Abholstationen ab.

 

Großbritannien

Das Vereinigte Königreich ist ein Inselstaat und umfasst die Länder England, Schottland, Wales und Nordirland. Die Post heißt dort „Royal Mail“. Ins Deutsche übersetzt heißt das „königliche Postgesellschaft“. Der Namen entstand im Jahr 1516 bei der Gründung durch den damaligen König Englands. Die Mitarbeiter der Royal Mail tragen rote Kleidung.

Auf den Briefkasten findet man häufig die Buchstaben "E R" mit einer Krone. Das ist die Abkürzung von "Elizabeth Regina" und bedeutet "Elizabeth the Queen".

Aufgrund des immer weiter steigenden Online-Kaufverhaltens wird in Großbritannien seit 2019 intensiv nach Alternativen zur Haustürzustellung gesucht. Insbesondere London gilt als europäische E-Commerce-Hauptstadt schlechthin. Die Landeshauptstadt Englands zeigt hier mit einigen Pilotprojekten, wie die Paketzustellung von morgen aussehen könnte. In London ersetzt zum Beispiel das neue DHL-Boot den innerstädtischen Straßentransport und entlastet so den Verkehr durch die Paketzustellung über Fluss in Kombination mit dem Fahrrad. Natürlich zählt auch die Förderung von Elektrofahrzeugen und die Einrichtung zentralen Hubs zu den Maßnahmen für eine effiziente Stadtlogistik.

Presse-Kontakt:

Ulrike Morlock

E-Mail ulrike.morlock@pakadoo.de